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Ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?
In dem Wissen, dass mit einer rein gesetzlichen Rente der Lebensstandard im Alter nicht mehr gehalten werden kann, setzen immer mehr Bundesbürger beim Thema Vorsorge auf eine private Rentenversicherung. Dabei handelt es sich bei der Rentenversicherung gar nicht um eine Versicherung im klassischen Sinne, sondern um einen Sparplan; denn wie bei einem Sparvorgang wird am Ende ein angesparter Betrag, sprich die Versicherungssumme, plus Zinsen (Überschussbeteiligung) ausbezahlt.
Die Versicherungsunternehmen legen die gezahlten Beiträge ihrer Kunden nach Abzug der Verwaltungsgebühren breitgefächert am Kapitalmarkt an. Der derzeitig von den Versicherern garantierte Zins liegt bei 3,25% und erfüllt die gesetzlichen Forderungen bereits sehr gut.
Doch gegenüber anderen Anlageprodukten weist die private Rentenversicherung entscheidende Nachteile auf. Das größte Problem der Versicherungsgesellschaften ist die steigende Lebenserwartung der Versicherten. Das heißt: Die Sterbetafeln, mit denen bei Vertragsabschluss gerechnet wurde, sind bei Rentenbeginn nicht mehr aktuell, und so kann es vorkommen, dass die Rentenauszahlung aufgrund neuerer Berechnungen nun um einiges niedriger ausfällt als bei Vertragsabschluss vorhergesehen. Zudem sind die Überschussbeteiligungen nicht prognostizierbar. Diese hängen von den jeweiligen Jahresüberschüssen der Versicherungsunternehmen ab, die sich erst nach der Unternehmensbilanzierung ergeben. Jedoch können die Bilanzen von den Versicherungsgesellschaften niedrig gehalten werden.
Die private Rentenversicherung weist sich folglich als ein sehr intransparentes Produkt aus.
Ist eine Rentenversicherung dann überhaupt sinnvoll oder sollte das Geld besser in anderer Form angelegt werden?
Trotz mangelnder Transparenz und der oben genannten Probleme, werden auch gute Rentenprodukte angeboten. Steuerlich gesehen ist eine private Rentenversicherung für bestimmte Berufsgruppen durchaus lukrativ, da die Beitragszahlungen als besondere Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden können. Die private Rentenversicherung ist vor allem für Selbständige interessant, da bei ihnen die Höchstbeiträge noch nicht (im Gegensatz zu Angestellten) durch die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung voll ausgeschöpft sind. Zudem müssen Selbständige in jedem Fall privat für das Alter vorsorgen, da sie keinen Anspruch auf gesetzliche Rentenzahlungen haben.
Zudem können auch andere Berufsgruppen steuerliche Vorteile aufgrund des Altersvorsorgegesetz nutzen, solange die Rentenverträge diverse Kriterien einhalten (nähere Informationen erhalten Sie dazu unter dem Punkt Steuerliche Regelungen zur Altersvorsorge).
Eine private Rentenversicherung ist aber auch für alle Personen interessant, die sich aus Zeitmangel oder anderen Gründen nicht mit den möglichen Anlage- und Vorsorgeprodukten beschäftigen können. Denn die Versicherung erledigt den gesamten Verwaltungsaufwand sowie das komplette Kapitalmanagement. Als zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente ist die private Rentenversicherung daher für sicherheitsbewusste Anleger in jedem Fall zu empfehlen; jedoch sollte man einen Anbieter wählen, der aufgrund guten Vermögensmanagements in der Vergangenheit hohe Renditen bei niedriger Beitragszahlung bieten kann.
Eines muss sich jedoch jeder bewusst sein: Altersvorsorge ist ein wichtiges Thema, und daher sollten Sie gerade in diesem Punkt Ihr Geld nicht unüberlegt investieren. Informieren Sie sich deshalb auch über alternative Anlageprodukte sowie staatliche Förderungen und vergleichen Sie die Angebote der Gesellschaften genau.
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